Manchmal trifft man eine Entscheidung, dann noch eine – und plötzlich merkt man, dass sich ein Muster abzeichnet. Genau so ging es mir mit Belgien.
Auch wenn ich Liège – die Stadt in der meine Decathlon-Einkaufssucht startete – sehr mag, bin ich kein Belgien-Fan. Ein kleines Land, das man höchstens auf dem Weg nach Frankreich auf maroden Autobahnen durchfährt. Aber irgendwie besitze ich jetzt schon zwei belgische Markenprodukte:
einen Helm von Lazer und ein Rennrad von Ridley. Zufall? Schicksal? Oder einfach nur ein Beweis dafür, dass Belgien und der Radsport untrennbar miteinander verbunden sind?
Der erste Schritt: Helm aus Belgien
Alles begann mit einem Helm. Ich „brauchte“ einfach einen neuen Kopfschutz und hatte weder Lust auf ewige Vergleiche noch auf tiefgehende Materialstudien. Er sollte rot, schnittig und leicht sein. Am Ende wurde es ein Lazer – super Design bei fairem Preis. Dass die Marke aus Belgien stammt? Hab ich nicht bemerkt.

Lazer ist eine der ältesten Helmhersteller der Welt, gegründet 1919 in Belgien. Damals bauten sie noch Lederschutzhauben für Radfahrer – eine Art minimalistischer Helm für jene, die lieber cool als sicher unterwegs waren. Heute entwickelt Lazer moderne, aerodynamische Helme, die auch Profis wie Jonas Vingegaard bei seinem Tour-de-France-Sieg 2023 tragen. Ich wollte einfach nur einen passenden Helm – und hatte plötzlich mein erstes belgisches Produkt.
zweiter Schritt: Rennrad aus Belgien
Zwei Jahre später kam dann der große Schritt: ein neues Rennrad. Und wie jeder weiß, ist so eine Kaufentscheidung ein endloser Prozess. Wochenlang wühlte ich mich durch’s Internet, hatte schlaflose Nächte, konnte mich nicht entscheiden – bis ich schließlich auf ein reduziertes Ridley Fenix SLiC stieß. Nicht, weil ich gezielt danach suchte, sondern weil der Preis einfach zu gut war.

Ridley gehört zu den bekanntesten Rennradherstellern und ist seit diesem Jahr wieder Hauptausrüster für das norwegische Team von Uno-X Mobility und dominieren mit ihrem eigenen Team seit Jahren Cyclo-Cross-Rennen.
Ein Land voller Klischees – und Radsport
Radsport ist in Belgien kein Hobby, sondern eine Religion. Wer hier aufwächst, bekommt wahrscheinlich eher ein Renn- als ein Laufrad. Kein Wunder, dass einige der größten Radsportler aus Belgien stammen – allen voran Eddy Merckx oder Remco Evenepoel.
Legendäre Frühjahrsklassiker wie die Ronde van Vlaanderen oder Liège-Bastogne-Liège finden in der kleinen Monarchie statt. Kopfsteinpflaster und furchtbares Wetter – genau wie man sich Belgien vorstellt.

Und jetzt? Bin ich heimlicher Belgien-Fan?
Obwohl ich meine belgische Ausrüstung rein zufällig gewählt habe, bin ich inzwischen ein wenig stolz darauf. Nicht, weil ich plötzlich Belgien-Fan bin, sondern weil die Belgier einfach wissen, wie Radsport funktioniert.
Vielleicht sollte ich meine nächste Tour nach Liège planen, sind ja nur 111 Kilometer. Aber erst einmal ein Jersey von Le Coffee Ride bestellen …